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European Green Deal: Bedeutung von Normen für die Circular Economy

31. 03. 2021

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Der European Green Deal zeigt mit dem dazugehörigen ‚Aktionsplan für die Circular Economy‘ auf, wie der Übergang von unserem traditionell linearen Wirtschaftssystem zu einem kreislauforientierten Wirtschaftsmodell erfolgen soll. Damit diese Transformation gelingt, sind die zugrundeliegenden legislativen und politischen Maßnahmen ehrgeizig und zeitnah umzusetzen. Einheitlichen Normen kommt hierbei eine große Bedeutung zu, weil sie helfen können, gesetzliche Vorgaben zu konkretisieren.

Circular Economy wird ins Deutsche meist mit dem Begriff Kreislaufwirtschaft übersetzt, mit dem wir aufgrund unserer Erfahrungen zuallererst eine Wegwerfgesellschaft mit nachgeschalteter Abfallwirtschaft assoziieren. Die Europäische Kommission fokussiert mit ihrem European Green Deal allerdings auf ein vollständig zirkuläres Wirtschaftsmodell und adressiert die Abfallvermeidung, das Ökodesign und den Ressourcenschutz als wesentliche Elemente ihrer Strategie. Es geht darum, die „Spitze der Nachhaltigkeitskette -die Produktgestaltung- zu verändern“, so EU-Umweltkommissar Sinkevičius. Und der neue Aktionsplan für die Circular Economy stellt diesem Gedanken folgend ein kreislauforientiertes Design aller Produkte in dem Mittelpunkt, das auf gemeinsamen Methoden und Grundsätzen basiert.

Für die Umsetzung dieser politischen Ziele setzt man zunehmend auf die Entwicklung und Überarbeitung von Normen, weil sie allgemein akzeptierte Definitionen, Prüfkriterien, Tests und Bewertungsmethoden bereitstellen.

Dies sei kurz an einigen konkreten Beispielen illustriert: Für eine generelle Bewertung der Reparatur-, Wiederverwendbarkeits- und Upgrade-Fähigkeit energieverbrauchsrelevanter Produkte ist die Norm EN 45554 erarbeitet worden. In der Weiterentwicklung sind nun produktspezifische Prüfkriterien festzulegen, um fundiert beurteilen und vergleichen zu können, in welchem Umfang beispielsweise Smartphones und Computer reparier- und recycelbar sind oder auch, wie deren individuelle Energieeffizienz und der Chemikaliengehalt zu bewerten sind.

Auch benötigen wir zeitnah Normen für eine einheitliche Datenerfassung und für Analysemethoden zur Bewertung von Mikroplastik aus verschiedenen Quellen, wie Reifen, Verlust von Kunststoffgranulat und dem Abrieb von Kunstfasern. Als ein wichtiger Meilenstein zählt ebenfalls die Überarbeitung der grundlegenden Anforderungen an Verpackungen und die Revision entsprechender Normen.

In den Erstellungsprozess solcher umweltrelevanten Normen bringen Expert:innen aus verschiedenen Umweltverbänden ihr Know-how ein. Es ist wichtig, dass wir als Umweltverbände gemeinsam die weiteren Entwicklungen zur Circular Economy aufmerksam verfolgen und in unserem Sinne beeinflussen, damit die Vision des zirkulären Wirtschaftens und Konsumierens in den kommenden Jahren tatsächlich an Fahrt aufnimmt und nicht unter dem Druck der Industrie vorrangig darauf reduziert werden kann, Recyclingquoten verschiedener Kunststoffe zu steigern.

Marion Hasper, Leiterin Koordinierungsbüro Normungsarbeit der Umweltverbände

 

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